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Rügen

Mein erstes Mal an der Ostsee

Bald geht es los nach Rügen. Auf dieser Karte habe ich schon mal eingezeichnet, was ich alles sehen möchte. Und es gibt noch viel mehr…

Freitag, 30. Juli 2021

Um 7.35 Uhr starten wir von Riedenberg aus Richtung Magdeburg. Die ersten 100 Kilometer gewinnen wir den Eindruck, dass wir alleine auf der Straße sind. Und weil es so super läuft, kommt Ela schon bald auf die Idee, unseren geplanten Zwischenstopp in Magdeburg zu canceln und gleich bis Rügen durchzufahren. Gesagt – getan. Wir rufen Kerstin an und fragen, ob wir schon heute anreisen können.

Kaum in Franken angekommen, leitet uns das Navi das erste Mal von der Autobahn und wir fahren durch das idyllische Örtchen Donnersberg. Das soll nicht die letzte Ausleitung und schon gar nicht der letzte Stau bleiben. Die nördlichen 500 km bestehen gefühlt zu mehr als der Hälfte aus Baustellen.

Wir machen nur kurze Pausen und treffen kurz nach 19 Uhr am Zielort in Polchow ein. Kerstin und Timo empfangen uns herzlich und füttern uns mit leckerem Risotto. Das Grundstück ist so groß wie mehrere Fussballfelder und unsere Wohnung total urig und gemütlich.

Der Abend verläuft sehr feuchtfröhlich. Ich möchte hier nicht preisgeben wie viele Flaschen geleert wurden. Die Stechmücken treiben uns zwar irgendwann ins Haus, das hindert uns jedoch nicht am Weitertrinken. Irgendwann torkeln wir ins Bett und schlafen wir die Steine.

Samstag, 31. Juli

Es geht uns gar nicht gut – selber schuld!

Um uns ein wenig durchzulüften radeln wir nach Glowe. 4,5 km einfache Strecke. Ela ist überzeugt, dass die Angaben auf den Wegweisern sowie die in Google Maps falsch sind und die Strecke länger sei. Ist sie nicht! Wir radeln durch traumhaft schöne Landschaften und sind froh, dass es uns gelingt auf dem Fahrrad das Gleichgewicht zu halten.

Dann ist es auch schon Zeit, Moni vom Bahnhof in Lietzow abzuholen. Der Bahnhof ist sehr schnuckelig.

Mittags möchten wir eine schnelle 9-Loch-Runde auf dem GC Sassnitz spielen. Dies wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auf der Hinfahrt übersehe ich das Hinweisschild zum Golfplatz und folge statt dessen dem Navi. Eine schmale Schlaglochpiste – vielleicht ein ehemaliger Panzerweg aus DDR-Zeiten – führt scheinbar ins Nirgendwo. Zeitweise müssen wir den Weg nach der Seite verlassen, weil wir nicht wissen, ob wir durch die wassergefüllten Schlaglöcher überhaupt durchfahren können.

Am Ende des Weges angekommen, findet sich dieses Schild

Und sonst nichts. In weiter Ferne sehen wir einen Mann. Mit Mühe macht Ela auf sich aufmerksam und erfährt, dass der Golfplatz „umgezogen“ sei. Wir treten also den Rückweg über den Trampelpfad an, um dann doch den offiziell ausgeschilderten Weg zu nehmen.

Nicht dass dieser qualitativ besser wäre. Wir hoffen, dass uns wenigstens kein Auto entgegenkommt, denn Ausweichstellen gibt es nur alle paar hundert Meter.

Oben angekommen finden wir den ausgeschilderten Parkplatz des GC Sassnitz. Nicht etwa befestigt, nein, mitten im Gras. Etwa vier Autos passen dort hin. Wir sind das einzige.

Ein Kleinbus dient als Clubhaus, Proshop und Caddyhalle, das Restaurant sind zwei gestreifte Strandkörbe im Freien und die Rezeption eine große Kiste, an der ein gut gelaunter rotgesichtiger Mann lehnt, der sich sichtlich darüber amüsiert, dass wir hier Golf spielen wollen. Ich bin froh, dass der meinen E-Trolley noch nicht gesehen hat. Über den würde er sich genauso amüsieren wie über die gelegentlichen Anrufer, die bei ihm eine Startzeit reservieren wollen. Noch ehe wir uns über das Greenfee unterhalten können, setzt ein heftiger Regenschauer ein, so dass wir beschliessen, ein andermal wiederzukommen. Das planen wir allerdings ganz fest ein, denn wir gehen davon aus, dass wir dort riesig viel Spaß haben könnten.

Wir fahren weiter Richtung Prora.

Prora ist ein Ortsteil der Gemeinde Binz auf Rügen. Er liegt direkt an der Ostseeküste im Zentrum der Prorer Wiek und ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten, jedoch unvollendet gebliebenen KdF-Seebad Rügen hervor. Im Komplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 verhinderte die Fertigstellung als Seebad. Stattdessen wurde Prora zu einer Keimzelle der Nationalen Volksarmee (NVA) und ein herausragender Ort im Kalten Krieg; untrennbar verknüpft mit der Entwicklung der DDR – von der verdeckten Aufrüstung seit 1949 bis zur Friedlichen Revolution im Jahr 1989.[1] Der Name leitet sich von der Prora, einer bewaldeten Hügelkette im südlichen Teil der Schmalen Heide ab.

Der „Koloss von Prora“ ist der Kern des Komplexes und bestand aus ursprünglich acht auf einer Länge von 4,5 Kilometern entlang der Prorer Wiek aneinandergereihten baugleichen Blöcken. Drei Blöcke wurden zwischen 1945 und 1949 bis auf wenige Segmente zerstört. Es verblieben fünf Blöcke auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern, die um 1950 unter den Vorzeichen des „Kalten Krieges“ zur „monumentalsten Kasernenanlage der DDR[2] um- und ausgebaut wurden. Über vier Jahrzehnte hinweg wurde das Gelände militärisch genutzt. Prora wurde zum Sperrgebiet. (Quelle: Wikidepia)

Abends grillen Kerstin und Timo für uns – lecker und reichlich

Heute trinken wir nicht gar so viel und gehen auch früher zu Bett. Allerdings hält uns das Jucken unserer unzähligen Mückenstiche die halbe Nacht wach.

Sonntag, 1. August 2021

Draussen ist es eher bedeckt und es droht zu regnen. Trotzdem radle ich nach Glowe zum Bäcker. Das sind nur 4,5 km. Kurz vor dem Ziel fällt mir ein, dass ich keinen Gesichtslappen dabei habe. Ich bin schon ziemlich nass geworden, mag deshalb nicht mehr umkehren und beschliesse, zu improvisieren. Und es klappt. Ein Mann aus der Warteschlange vor der Bäckerei schenkt mir eine nagelneue Maske und es gelingt mir sogar, der äusserst herben Bäckereifachverkäuferin ein herzliches Lachen zu entlocken.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Binz. Wir möchten mit dem Rasenden Roland, einer Inseleisenbahn, eine Rundfahrt machen. Allerdings gibt es dort weit und breit keinen Parkplatz. Bei diesem Wetter sind die Leute eben nicht am Strand sondern auf Besichtigungstour. Wir spazieren also zunächst auf der Strandpromenade von Binz und entscheiden uns dann spontan für eine Schiffsfahrt zu den Kreidefelsen und dem Königsstuhl.

Die Schiffsfahrt ist wirklich schön. Das Wetter wird immer besser und wir können die ganze Zeit auf Deck sitzen – zumal mit einem Sanddorn-Grog in der Tasse. Die Kreidefelsen und den Königsstuhl kann man vom Wasser aus ohnehin besser sehen als von Land.

Kaum an Land setzt heftiger Regen ein und wir flüchten in ein italienisches Restaurant wo wir sehr lecker essen. Erschöpft kehren wir in unsere Ferienwohnung heim, trinken noch ein wenig Wein und schauen einen wirklich doofen Film auf Netflix.

Inzwischen bin ich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen, so dass jeder nachts nach Herzenlust und verzweifeltem Bedürfnis die Mückenstiche aufkratzen kann und, wenn es mit dem Schlafen gar nicht klappen will, Hörbuch hören.

Montag, 2. August

Mein Auto mit sage und schreibe 6500 km auf dem Tacho meldet einen Motorfehler, der unbedingt in der Werkstatt überprüft werden soll. Also machen wir uns auf nach Bergen ins Autohaus Eggert. Dort nimmt man sich sehr freundlich des Problems an. Das Autohaus Eggert vertritt mehrere Fabrikate. Deshalb besichtigen wir in der Wartezeit Autos und finden gleich ein neues für Moni.

Nach Auslesen des Fehlerspeichers versichert man mir, dass ich ohne Bedenken weiter fahren kann. Deshalb geht es wir geplant weiter zum Golfclub Karnitz.

Da werden wir sehr freundlich empfangen und lachen und scherzen mit den beiden Männern an Rezeption und Proshop. Das Greenfee ist reduziert, weil die Grüns nicht in bestem Zustand seien. Na ja, so kann man das auch nennen…

Der Platz ist sehr rustikal und nicht im besten Zustand. Dafür ist kaum etwas los und meine zwei „Frischlinge“ können ohne Stress auch mal einen Schlag mehr benötigen.

Nach einem kleinen Snack auf der Terrasse geht es zurück Richtung Binz, wo wir den Baumwipfelpfad besuchen wollen.

Das ist mal richtig toll. Auf hölzernen Stegen geht es stetig bergan. Zwischendurch kann man viel über Flora, Fauna, Geologie und Geschichte lernen. Schliesslich endet man oben auf dem Adlerhorst, wo man eine herrliche Rundum-Aussicht über die ganze Insel hat. Und wieder haben wir richtig Glück mit dem Wetter.

Und runter geht’s über die Rutschbahn – zumindest für mich 🙂

Zurück in Polchow nehmen wir im riesigen – wirklich riesigen – Garten einen Aperitiv mit Kerstin und später kommt auch der freundliche Nachbar Uwe dazu.

Ich bin ja danach schon platt, aber Moni zaubert uns noch ein Drei-Gänge-Menü aus Salat, Makkaroni mit Tomaten-Basilikumsauce und Dessert. Das Dessert wird allerdings zum Frühstück des Folgetags.

Dienstag, 3. August

Mein Frühsport ist die Radfahrt zum Bäcker. Unsere erste Station ist Putbus. Dort suchen und finden wir ein kleines Geschäft, das lauter Gegenstände aus Strandgut herstellt. Viele zauberhafte Stehrümchens gibt es dort. Aber wenn man nicht maritim eingerichtet ist, braucht man die Sachen trotzdem nicht.

Weiter nach Thiessow. Dort gibt es heute den hochgelobten Rügen Markt. Wir brauchen für 15 km ungefähr eine Stunde. Offenbar wollen alle Touristen dorthin. Als wir uns dem Ende des Staus zum Parkplatz nähern, steht dort eine Typ mit einem Schild, das besagt, dass die Kapazitäten ausgeschlöpft seien und man doch später wiederkommen möge. Das machen wir natürlich nicht. Wir parken woanders im Halteverbot und laufen zum Markt. Dort gibt es viele Stände mit Ramsch, Kitsch, Fastfood und unzählige Menschen. Die drängen sich dort so eng, dass man am liebsten den Gesichtslappen freiwillig aufsetzen würde. Ein fürchterlicher Touristen-Nepp.

Im Nachhinein ist man ja immer schlauer. Denn so penetrant wie dieser Markt auf der ganzen Insel beworben wird, kann es eigentlich nix sein.

Wir kehren zurück zum Auto und haben wenigstens keinen Strafzettel. Zur Entschädigung möchten Moni und Ela uns etwas Gutes tun und führen uns ins Strandcafe mit Blick auf die See. Dort stehen wir 20 Minuten an bis man uns einen Platz zuweist. Nicht dass es übermäßig voll wäre… An unserem Tisch warten wir geraume Zeit auf eine Bedienung. Die höfliche Anfrage beim „Kellner“, ob wir was bestellen dürften, wird mit der Antwort „wenn die Zeit reif ist“ beschieden.

Wir gehen! Die DDR gibt es seit 30 Jahren nicht mehr aber dieser Kellner hat das wohl noch nicht bemerkt.

Wir fahren zum großen Zicker. In der dortigen Gartenwirtschaft ist Selbstbedienung. Aus diesem Grund bekommen wir hier auch zu essen und zu trinken. Schöne Landschaft und hübsche Häuser gibt es gratis dazu.

Weiter nach Sellin. Das ist mein heutiges Highlight. Die Seebrücke und der Strand sind toll.

Auf der Suche nach dem perfekten Markt treffen wir auf unserem weiteren Weg auf die nächste Touristenfalle. Zum Glück fallen wir darauf nicht rein. Karls Erdbeerimperium entlockt uns nur ein müdes Lächeln und € 4,50 für eine Schale Erdbeeren. Dann geht es zurück nach Polchow, wo es noch viel Arbeit für uns gibt. Ich muss schreiben was Ihr hier lest.

Ela muss Sauerkirschen ernten…

Mittwoch, 4. August

Der Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel, ganz vielen Glückwünschen (Danke nochmal), tollen Geschenken und einem Geburtstagsständchen über Teams von meinen Kollegen.

Zum Frühstück reicht es heute nicht, denn wir haben um 10 Uhr Abschlag am GC Schloß Ranzow. Das soll der schönste Golfplatz auf Rügen sein. Wir fahren frühzeitig los und obwohl wir etliche Kilometer auf schmalen kopfsteingepflasterten Straßen hinter einem Schweizer Reisebus hertrotteln müssen, sind wir frühzeitig da und checken ein.

Der Platz ist wirklich sehr schön. Weitläufig und gepflegt, hoch über der Ostsee mit Ausblicken bis zu den Kreidefelsen.

Die zweiten neun lassen meine Frischlinge wieder aus, und ich bin alleine unterwegs. Weit und breit keine anderen Menschen so dass ich mitunter denke ich bin der einzige Mensch auf der Welt. Der Platz ist nicht sehr schwer zu spielen, so dass sich meine Ballverluste heute in Grenzen halten. Allerdings muss einer der schönen Bälle mit meinem Namen drauf dran glauben. Er verschwindet im tiefen Rough. Aber ich hab‘ ja noch welche!

Das Restaurant für den Drink danach hat leider geschlossen. Wir finden Ersatz im Panoramarestaurant Lohme. Hier hat man auf der Terrasse einen wunderbaren Blick über die Ostsee. Und wir entdecken einen neuen Drink, den Sanddorn-Spritz. Sehr lecker. Sanddorn ist ja eine hiesige Spezialität.

Anschliessend fahren wir zurück nach Polchow, stellen dort das Auto ab und schnappen uns die Fahrräder. Wir wollen an den Strand in Glowe. Den finden wir auch gleich und suchen uns ein freies Plätzchen. Irgendwo zwischen den blauen Strandkörben finden wir ein Eckchen wo wir unsere Handtücher ausbreiten können. Herrlich! Während ich nur vor mich hindöse, wagt sich Moni sogar in die kalte Ostsee. Ela hingegen beklagt, dass wir keinen Strandkorb haben und auf dem Boden liegen müssen.

Es ist so herrlich hier, dass wir nur widerwillig aufbrechen. Aber schliesslich sind wir mit Kerstin und Timo zum Grillen verabredet. Moni und Ela haben in Lebensmittelgeschäften und Küche alles gegeben. Deshalb haben wir ein wahrhaft köstliches Mahl, das neben Fleisch, Spießen, Paprika Mozzarella (statt Tomaten) auch Dinge wie Sauerkirsch-Chutney, Datteln im Speckmantel und selbstgemachtes Tsatsiki enthält. Und das Schönste: ich musste nichts in der Küche helfen!!!

Alles in allem ein perfekter Tag – und zuhause soll es kalt und regnerisch sein…

Donnerstag, 5. August

Wieder erwachen wir bei strahlend blauem Himmel. Als erstes unternehmen wir einen kurzen Spaziergang an den Bodden, um die Morgenstimmung einzufangen.

Dann machen wir uns noch einmal auf zum Golfclub Sassnitz. Da es die letzten Tage trocken war und wir auch schon auf das Schlimmste vorbereitet sind, kommt uns die Zufahrt über den Trampelpfad richtiggehend harmlos vor.

Oben angekommen, ist der Präsident / Chef der Betreibergesellschaft / Rezeptionist ausgeflogen. Es steht ein Schild am Eingang, dass man ihn in diesem Fall auf seinem Handy anrufen möge. Das tun wir pflichtschuldigst. Er lädt uns ein schon mal zu starten, und versichert, dass er wieder zurück sei wenn wir fertig sind.

Los geht’s!

Der Platz hat seine Tücken. Die Spielbahnen sind aus hohem Gras ausgemäht und teilweise sehr schmal. So viele Bälle wie hier habe ich noch nie auf 9 Loch verloren. Die „Fairways“ haben knöchelhohes Gras, so dass man sehr viel Zeit mit der Suche nach seinem Ball verbringt und für die Grüns reicht ein Eisen. Den Putter kann man getrost stecken lassen. Grandios ist dafür die Aussicht über die Ostsee und die umgebende Landschaft.

Als wir unsere Runde beendet haben (ich weiss nicht wann ich zuletzt so viele Schläge gebraucht habe) ist der Chef zurück und kredenzt uns im „Clubrestaurant“ Prosecco. Dazu muss man sagen, dass dieser im Greenfee von € 20 enthalten ist. Wir plaudern noch eine Weile mit dem Chef – Ulf Asmussen – und erfahren so einiges über Land und Leute und seine Probleme mit dem DGV. Anscheinend gibt es sogar Logobälle (hätte ich ja nie gedacht!). Nur sind diese derzeit aus und nicht lieferbar. Er verspricht mir aber, mir einen zuzuschicken sobald sie wieder verfügbar sind. Da bin ich mal gespannt!

Zurück in unserer Unterkunft gibt es ein großes Stück Geburtstagskuchen zum Mittagessen. Danach radeln Moni und ich nochmal nach Glowe und legen uns für zwei Stündchen an den Strand – herrlich!

Am Abend geht es in die hiesige Dorfkneipe namens Jasmunder Bodden. Dort soll man gut Fisch essen. Kneipe sowie Personal sind äusserst rustikal, aber gut besucht und Moni und Ela sind mit ihren Fischgerichten sehr zufrieden und ich mit meiner fischfreien Alternative ebenso. Die Weinauswahl ist so gruselig, dass wir uns für Bier zum Essen entscheiden müssen. Anschliessend spülen wir alles mit zwei großen Schnäpsen runter. Der Kellner hat an Moni einen Narren gefressen, was man daran merkt, dass er Ela und mich geflissentlich ignoriert und Moni am Ende vertraulich zuraunt, sie solle am nächsten Tag früher kommen, da habe er mehr Zeit :-))) Dass man nur bar zahlen kann, versteht sich fast von selbst.

Freitag, 6. August

Für heute haben wir einen Ausflug mit dem Fahrrad zum Kap Arkona geplant. Beim Fahrradverleih Glowe am Pappelwald haben wir zwei eBikes und ein MTB reserviert. Bereits am Telefon wurden wir informiert, dass die eBikes maximal 100 kg tragen. Dies wiederholt der Mann, der die Fahrräder ausgibt noch zweimal mit strengem Blick. An den herben hiesigen Charme haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt. Trotzdem bin ich froh, dass ich ein MTB ohne Motor bekomme. So bleibt mir der Hinweis auf mein Gewicht erspart.

100 Kilo max!

Wir radeln los Richtung Kap Arkona. Die Wege sind uneben. Es gibt viel gebrochenen Asphalt, Feldwege, Plattenwege… All das kann dazu führen, dass bei einer Belastung über 100 kg ein Rahmenbruch erfolgt!

Am Kap Arkona machen wir kurz Rast im Biergarten. Es gibt dort drei Türme und einige Kunstateliers mit viel Ramsch und auch einigen schönen Produkten. Und wahnsinnig viele Besucher.

Nachdem wir den letzten Aussichtspunkt besichtigt haben, radeln wir zurück nach Glowe. Unterwegs machen wir ein letztes Mal Halt am herrlichen Ostseestrand.

Als es uns zu frisch wird, brechen wir mit Bedauern auf. Wir kaufen noch ein paar Sanddornprodukte und fahren dann zum Fahrradverleih. Als der Chef sieht, dass alle Räder unbeschädigt sind, wünscht er uns frohgelaunt einen weiterhin schönen Urlaub.

Inzwischen ist es richtig voll auf der Insel. Beim auserkorenen Italiener gibt es erst in drei Tagen wieder einen Platz. Aber eine Pizza dürfen wir uns holen. Im Garten trinken wir mit Kerstin und Timo noch ein Abschiedschorle. Das Treffen kommt zum Ende als ich mein halb volles Glas im Versuch eine Stechmücke abzuwimmeln, runterwerfe.

Es war ein super toller Urlaub hier. Wir haben alles gesehen, was wir uns ausgeguckt hatten und was uns interessiert hat. Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter, viele tolle Erlebnisse und ein wirklich schönes Appartement. Das einzige, was wir wirklich nicht vermissen werden, sind die Stechmücken.

11. September

Für unser Rügen-Nachtreffen habe ich den mitgebrachten Sanddorn-Likör aufgehoben. Der Sanddorn-Spritz erweist sich für mich allerdings als typisches Urlaubsgetränk: auf Rügen fand ich ihn köstlich, aber zuhause muss ich ihn nicht unbedingt haben. Aber egal: das Fläschchen haben wir leergemacht.

September 2021

Der erste Strafzettel trudelt ein – diesen hatte ich allerdings nicht erwartet. Hier habe ich nicht bemerkt, dass ich geblitzt worden bin. Also stehen jetzt noch vier aus… Jede Menge Wegelagerer im Nordosten.

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